Die Erforschung der Farbe
Sir Isaac Newton war der erste, der Sonnenlicht durch ein Prisma schickte und in seine farbigen Bestandteile zerlegte. Das Spektrum beginnt mit Rot und endet mit Violett. Er zeichnete einen Kreis, ordnete die Spektralfarben darauf an und schloss die Lücke zwischen Rot und Violett mit Magenta (Purpur).
Angefangen von Leonardo da Vinci, über Isaac Newton und Johann Wolfgang von Goethe bis hin zu Philipp Otto Runge und Johannes Itten gab es in der Geschichte immer wieder Versuche, ein naturwissenschaftliches und objektiv begründbares Ordnungssystem für Farben zu schaffen.
CIE-XYZ-Farbschuh/Schuhsohle der Normal-Farbtafel
Die von der Commission Internationale de
l'Eclairage (Internationale Beleuchtungs-
kommission) entwickelte kegelförmige
CIE-Normfarbtafel zeigt als Kurvenzug die
Spektralfarben, der mit der Purpurfarbe
geschlossen wird. Im Coloristenfachjargon
wird sie aufgrund ihrer Form als
„Schuhsohle“ bezeichnet.
Etwa in der Mitte der Farbtafel liegt der sog.
Unbuntpunkt oder Weißpunkt. In dieser
Umgebung befinden sich dreidimensional
betrachtet alle weißen, grauen und schwarzen Farben. Zieht man eine Gerade vom Weißpunkt in Richtung Spektralfarbe (= Randpunkt der Tafel), so liegen hierauf alle Farben gleichen Farbtons, aber unterschiedlicher Sättigung: Je weiter die eine Farbe vom Weißpunkt entfernt liegt, umso gesättigter (brillianter) ist sie. Die Spektralfarben sind die gesättigsten Farben überhaupt.
Philipp Otto Runge (1777-1810)
Auf der Äquatorachse liegen die zwölf Farben des Farbkreises. Der nördliche Pol ist weiß, der südliche Pol schwarz. Nach oben hin werden die Farben Schritt für Schritt mit der Farbe Weiß heller, nach unten hin schwarz abgedunkelt. Im Kugelinneren liegt eine Grauskala. Zum Kugelmittelpunkt werden die Oberflächenfarben schwächer in ihrer Intensität, so dass sie sich dem Grau annähern. Die Komplementärfarben erhält man durch eine Spiegelung am Mittelpunkt.
Johannes Itten
Der Farbkreis des Schweizer Malers und Bauhaus-Pädagogen Johannes Itten (1888-1967) verwendet die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau, mischt daraus die drei Sekundärfarben
Orange, Grün und Violett und erhält aus diesen weitere sechs Tertiärfarben. Die Farben des Rings folgen in etwa dem Verlauf im Spektralfarbenband. Zwei komplementäre Farben wie Rot und Grün liegen sich im Farbkreis gegenüber. Die Farbmischungen sind allerdings nur begrenzt möglich. Hier eröffnet die Farbkugel des Malers Philipp Otto Runge eine tiefere Mischungsdimension.
Farbkreis Goethe
Wenn der Lichtstrahl sich an einem Gegenstand bricht – wie beim Regenbogen – und von ihm zurückgeworfen wird, werden die Farben des Farbkreises sichtbar.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat sich mit diesem Phänomen beschäftigt und es in einem Farbkreis definiert. Der Kreis baut sich aus einem Grunddreieck auf, an dessen Spitzen die Farben Gelb, Blau, und Rot stehen. |